09.08.2010
FDP: Was passiert mit dem Bahnhof Ober-Roden?
Tourstopp am Bahnhof Ober-Roden
Liberale Fahrrad-Sommertour macht Halt am Bahnhof
Einen weiteren Haltepunkt während der diesjährigen liberalen Fahrrad-Sommertour durch Rödermark war der Bahnhof in Ober-Roden. Vor Ort nach einem Rundgang mussten die Tourteilnehmer ernüchtert festhalten, dass der Bahnhof nebst Vorplatz nach wie vor fernab jeder attraktiven Nutzung und Gestaltung ist. Der Vorplatz dient als reiner, wilder Parkraum und das Bahnhofsgebäude ist nach wie vor dringend sanierungsbedürftig. Insbesondere, da auch das Einzelhandelsgutachten das Objekt betreffend der Achse durch Ober-Roden als „Anker“ klassifiziert und daher eine baldige Entwicklung dringend nötig ist.
Rückblick: Vor über einem halben Jahr hat die Stadtverordnetenversammlung gegen die Stimmen der FDP und bei einigen vereinzelten Enthaltungen bei CDU und AL/Grüne das Verfahren zur Findung eines Investors für das Bahhofsgebäude durch einen „basta“ ähnlichen Beschluss beendet und einen Interessenten zum alleinigen Verhandlungspartner für den Kauf des Bahnhofes gemacht. Schon damals war für die FDP klar, dass diese Entscheidung – völlig unabhängig vom konkreten Interessenten oder der vorgestellten Nutzungsidee – zu einer Unzeit viel zu früh und völlig ohne Not über’s Knie gebrochen wurde. Wie die Liberalen vor Ort nunmehr feststellten, hat sich seit dieser Entscheidung praktisch nichts getan und es drängt sich daher erneut die Frage auf, warum das laufende Verfahren so früh mit der Brechstange zu Gunsten eines Interessenten beendet werden musste. Zum Zeitpunkt der Entscheidung war aus Sicht der FDP keines der vorgestellten Konzepte hinreichend (planerisch) konkretisiert worden und entscheidende Fragen waren noch völlig offen, wie z.B. unter anderem – ganz wesentlich – das Gastronomiekonzept, aber auch die der Parkplätze, der endgültigen Gestaltung des Gebäudes oder die des Vorplatzes; hierbei speziell die Frage, wieviel Kosten auf die Stadt zukommen. Gerade das Gastronomiekonzept spielte eine wesentliche Rolle: Zuerst nahezu gänzlich vernachlässigt drehte sich die Debatte gegen Ende hauptsächlich um selbiges - und obwohl noch kein wirklich schlüssiges und praxisnahes Konzept vorlag, wurde trotzdem entschieden. Mehr als ein paar bunte Skizzen und generelle Absichtserklärungen bezüglich der geplanten Gebäudenutzung lagen ebenfalls nicht vor, bzw. waren noch mit mehreren dicken Fragezeichen versehen. Alles in allem war die Entscheidung für einen (und damit automatisch gegen einen anderen) Interessten keinesfalls reif und wesentliche Fragen blieben unbeantwortet.
„Aus Sicht der Liberalen muss“, so Stadtverordneter Manfred Rädlein, „die Sanierung und Neugestaltung des Bahnhofs in Ober-Roden eine nachhaltige Belebung und Öffnung für die Bürgerinnen und Bürger sowie damit eine Aufwertung des gesamten Bahnhofsgeländes zur Folge haben.“ Eine reine Gebäudesanierung ohne Belebung des Areals ist nicht das Ziel, was die Stadt verfolgte, als sie das Gebäude seinerzeit von der Bahn gekauft hat. Mit dem Kauf war vielmehr klar beabsichtig worden, durch Vorgabe und Steuerung der Verkaufsmodalitäten an einen Investor Einfluss auf Gestaltung und Nutzung des Bahnhofes nehmen zu können. Die Chance auf genau diese Einflussnahme wurde ohne Not durch den verfrühten Beschluss verschenkt und man wird nun sehen müssen ob und wann es überhaupt zu einem Verkauf des Bahnhofes kommt. Die FDP wird hierzu nach der Sommerpause entsprechend in den politischen Gremien nachhaken ... quo vadis Bahnhof? (tk)


