FDP Rödermark

Donnerstag, 23. Februar 2012  zurück Seite weiterempfehlen Druckversion

21.11.2011

Schuldenschnitt, Goldstandard, ESFS, Gelddruckmonopol, ESM und Griechenland

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FDP diskutiert offen über die Zukunft des Euro - über 80 interessierte Zuhörer

Ein hochkarätig besetztes Podium präsentierte die FDP Rödermark am vergangenen Donnerstag im Hochzeitssaal der Kulturhalle. „Aussitzen oder Handeln – ein kritischer Blick auf den Euro“ lautete der Titel der Informationsveranstaltung. Mit dem als „Euro-Rebell“ bekannt gewordenen FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler, dem Mitglied des Europaparlaments und langjährigem Oberbürgermeister von Horb am Neckar, Michael Theurer (FDP), sowie Prof. Dr. Thorsten Polleit, Honorarprofessor an der Frankfurt School of Finance & Management und Chief German Economist bei Barclays Capital, folgten 3 ausgewiesene Fachleute dem Ruf der FDP nach Rödermark. Die Aktualität des Themas belegte der rege Zuspruch. Vor über 80 interessierten Zuhörern, darunter ein Politik & Wirtschaft-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12 der Nell-Breuning-Schule, erläuterte jeder der 3 Gäste in 15-minütigen Eingangsstellungnahmen seine Thesen der Ursachen und Auswirkungen der aktuellen Schulden- und Euro-Krise. Während Prof. Polleit in dem System des Gelddruckmonopols der staatlichen Zentralbanken, die zu viel vom selbstgeschaffenen Geld zu einfach verleihen und damit eine Geldmenge kreieren, die um ein vielfaches größer ist als die dahinter steckenden Werte, in Kombination mit den falschen dirigistischen Eingriffen des Staates in den Markt den sie damit regelmäßig uns nachhaltig verwirren, die eigentliche Ursache für die Schuldenkrise sieht, stellten Frank Schäffler und Michael Theurer die Vor- und Nachteile des geplanten permanenten Euro-Rettungsschirm ESM dar. Schäffler kritisierte den Bruch sämtlicher Stabilitätskriterien durch die EU-Mitgliedsstaaten und spricht sich daher vehement gegen die Annahme des ESM durch den deutschen Bundestag aus. Dazu hat er mit vielen Mitstreitern einen Mitgliederentscheid in der FDP initiiert. Auch Michael Theurer kritisierte zwar die bisherige Herangehensweise der Politik an das Problem, sieht aber in dem vom Bundesvorstand der FDP eingeschlagenen Kurs, ja zum jetzigen Entwurf des ESM zu sagen, der mittlerweile auf Druck der FDP eine starke liberale Handschrift trägt, keine Alternative.

In der anschließenden gut zweistündigen sehr intensiven Diskussionsrunde wurden die Fragen der Zuhörer ausgiebig beantwortet. Bei allen überzeugenden Argumenten, die alle 3 Redner vorbringen konnten, bleibt festzuhalten: ein eindeutiger inhaltlich klarer Sieger konnte dennoch nicht ausgemacht werden (wenngleich wohl eine leichte Tendenz in Richtung von Schäfflers Aussagen zu spüren war) und auch eine problemlos doppelt so lange Diskussionsrunde hätte nicht alle Fragen zu dem hochkomplexen Thema beantworten können. Wer eine eindeutige und abschließende Antwort auf die Frage „Wie kommt man am besten und schnellsten und sichersten aus der Schulden- und Eurokrise heraus“ erwartet hat, dem wurde nach reger Diskussion und einem Erkenntnisgewinn auf sehr hohem inhaltlichen Niveau zum Ende des Abends klar, dass es für ein so komplexes multinationales Problem niemals einfache oder gar goldrichtige Lösung bzw. einen klaren Königsweg geben kann. (tk)


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